Dienstag, 4. Juni 2013

Patchwork-Anleitung: Paper Piecing bzw. Papierschablonentechnik


IMG_3496.jpg
Natascha hat gefragt, wie man beim Patchwork exakt zusammengenähte bzw. zugeschnittene Teile hinkriegt. Eine Technik, die ich persönlich super finde, ist das Zusammennähen der Einzelteile auf einem Stück Papier, auf dem die Nahtverläufe vorher eingezeichnet werden. So werden die Stücke richtig exakt, das Papier stabilisiert die einzelnen Blöcke sehr gut und auch kleinste Stückchen können passgenau verwendet werden (bei meinem Quilt die Spitzen der Dreiecke).

Und so geht das:

Bevor man mit dem Nähen starten kann, werden erst mal die Einzelteile auf Papier gezeichnet bzw. am Fotokopierer so viele Schablonen hergestellt, wie man für das Projekt braucht, und ausgeschnitten.
Wichtig für diese Nähtechnik ist, die Stichlänge möglichst kurz zu wählen- die Papiere werden ja später wieder entfernt und dann ist es gut, wenn die Perforierung des Papiers so dicht ist, dass das einfach geht.

IMG_3937.jpg
Wenn ich lange nix in dieser Technik genäht habe, finde ich persönlich es immer am schwierigsten, die ersten beiden Teile ohne Denkfehler aufzunähen- aber dann ist es ganz einfach und geht sehr fix. Für meine gestreiften Dreiecke habe ich mir die beiden ersten Stoffstreifen mit großzügiger Nahtzugabe  und Länge zugeschnitten. Ich fange mit den langen Streifen an, und arbeite mich dann zu den kurzen Stückchen vor.
Jetzt lege ich den Stoff für den zweitlängsten Streifen mit der rechten Seite nach oben und den längeren Stoff für den Außenstreifen mit der rechten Seite nach unten mittig darüber.

IMG_3938.jpg
Meine Papierschablone lege ich jetzt so auf die Stoffstückchen, dass neben dem ersten Strich (auf dem dann genäht wird) noch eine Nahtzugabe rausguckt.
Das kann dann mit Nadeln festgesteckt werden oder auch nicht- wie es beliebt.

IMG_3939.jpg
Und jetzt kann ich die erste Naht (mit Stichlänge 1,4 ) auf der eingezeichneten Linie nähen.

IMG_3941.jpg
So sieht das Teil dann von der Rückseite aus.

IMG_3942.jpg
Den oben liegenden Stoffstreifen falte ich jetzt um und fahre die Kante mit dem Fingernagel nach (Bügeln ohne Dampf ist besser- ich bin nur meistens zu faul...)

IMG_3943.jpg
Auf den nun mit der rechten Seite nach oben liegenden Streifen lege ich den nächsten Stoffstreifen wieder mit der rechten Seite nach unten. Und wieder auf die Nahtzugabe achten! Dann drehe ich das Teil um und nähe wieder auf der Oberseite des Papiers entlang der eingezeichneten Linie.

IMG_3944.jpg
Umdrehen, Stoff umfalten und bügeln...

IMG_3945.jpg
...und solange mit kürzeren Stoffstückchen weitermachen, bis alle Streifen fertig sind.

IMG_3946.jpg
Den überschüssigen Stoff habe ich dann abgeschnitten...

IMG_3947.jpg
...und so sieht das Teil dann aus. Ulrike hat mich darauf hingewiesen, dass es wohl sein kann, dass sich beim Herauslösen der Papiere die Nähte öffnen können. Ich hatte das Problem bisher noch nicht, da die Einzelteile mit dem Papier weiter vernäht werden, und dann die Nähte ja durch Quernähte gesichert werden- aber ein paar Rückstiche zu Beginn und Ende einer Naht können sicher nicht schaden.

Mit dieser Technik lassen sich noch viieel kompliziertere Blöcke herstellen- als Lesetipp hierzu kann ich Euch einen meiner Lieblingspatchworkblogs empfehlen: Wombat Quilts. Cath hat einen "Paper Piecing Monday" mit entzückenden Beispielen in dieser Technik, die allesamt sehr laut "näh` mich nach!" rufen.




Kommentare:

  1. Vielen Dank für die ausführliche Darstellung dieser Technik. Wenn es darum geht, die kleinsten Reste noch zu verwenden ist sie sicherlich ideal. Von paper piecing habe ich zwar schon viel gelesen, aber leider noch nicht ausprobiert.
    LG
    Siebensachen

    AntwortenLöschen
  2. Ach SOOO geht das!
    Ich habe mir gleich ein paar Schablonen im Netz gesucht und werde damit wohl die Tauschstoffe verwenden. Eingebettet in schöne Uni-Bettwäsche aus meinem Fundus natürlich (-:
    LG
    Natascha

    AntwortenLöschen
  3. Hallo!
    Eine super Anleitung hast du da gemacht!
    Ein paar Anmerkungen noch: man muß im Auge behalten, dass die Rollschneider-Klingen durch das Schneiden durch Papier schneller stumpf werden (das gilt natürlich auch für Scheren, denn Papier wird halt aus Holz hergestellt), ebenso die Nähnadeln. Die sollte man dann ruhig zwischendurch mal wechseln.
    Das Bügeln lohnt sich auf jeden Fall, wenn es sich nicht um sehr dünne Stoffe handelt. Die Nähte werden dadurch genauer, weil der Stoff flach liegt und nicht bollert.
    Ich hatte wahrscheinlich eine zu große Stichlänge eingestellt, deshalb war es bei mir oft aufgerissen an den Nähten. Danke für den Tip!
    Ich bin gespannt, wie es fertig aussieht!
    LG, Ulrike

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hallo Ulrike,
      ja, stimmt, die Werkzeuge werden schneller stumpf. Ich habe mir auch sagen lassen, dass der "Papierstaub" der entsteht, nicht soo toll für die Maschine sein soll. Besonders wenn sich das dann mit dem Maschinenöl vermischt. Wenn viel mit Papier genäht wird, sollte man der Nähmaschine wohl öfter eine Profi-Überholung gönnen.

      LG

      Kristina

      Löschen
  4. Dankeschön für diese tolle Aleitung. Ich hab ja noch nie gequiltet, aber ich möchte es irgendwann mal probieren.

    Liebe Grüße

    Elisabeth

    AntwortenLöschen
  5. What a fabulous pattern and a great way to use scraps. Love it.

    AntwortenLöschen
  6. Einfach toll, die Technik hat mich so begeistert das Ich es sofort ausprobieren musste.
    Danke für deine ausführliche Anleitung ;)

    lg Nicki

    AntwortenLöschen

Die Sicherheitsabfrage muss sein, leider…ich werd sonst mit Quatsch zugemüllt und das ist doof. Aber über "echte" Kommentare von Euch freue ich mich! LG Kristina

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...