Montag, 9. Dezember 2013

Siebdruck Anleitung: Mobile Siebdruckuntergründe zum Drucken auf Stoff

Ich hatte ja schon angekündigt, einige der von mir für den mittlerweile eingestellten Atelierblog geschriebenen Posts zum Thema Siebdruck noch einmal zu überarbeiten und hier auf Am liebsten Bunt zu veröffentlichen. Und das hier ist jetzt der erste Beitrag zum Thema "Welche Ausrüstung benötige ich zum Siebdrucken zu Hause?"

Um gute Druckergebnisse auf Stoff zu erhalten, sollte die Fläche, auf der gedruckt wird ein wenig nachgiebig sein. Das erreicht man, indem die Arbeitsfläche, auf der gedruckt werden soll, mit Stoffen überspannt wird.

In "richtigen" Siebdruckateliers, wo Stoffe bedruckt werden, finden sich häufig supergroße, lange Tische, die dann mit den zu bedruckenden Stoffbahnen ausgelegt werden.

Obwohl der Atelierraum, in dem ich früher gearbeitet habe, ja recht groß ist, wurde er ja für unterschiedliche Projekte genutzt und wir mussten uns immer so organisieren, dass Materialien schnell und möglichst platzsparend zur Seite geräumt werden konnten. Deswegen haben wir für unsere Siebdruckworkshops diverse Einzelplatten zum Drucken auf Stoff vorbereitet, statt dauerhaft ganze Tischplatten zu belegen.

Wenn Ihr zu Hause Siebdrucken wollt und nicht so viel Platz für einen reinen Drucktisch zur Verfügung habt (so wie ich in der nächsten Zeit) könnt Ihr euch eine oder mehrere Platten mit Stoff bespannen und diese dann auf euren Arbeitstisch legen. So könnt Ihr die Größen einfach den räumlichen Gegebenheiten und natürlich Euren Projekten anpassen.
Aufgespannte Stoffe mit frischen Drucken können auf diese Weise einfach zum Trocknen hochkant an die Seite gestellt werden, während Ihr auf einem anderen Untergrund weiterarbeiten könnt.

Die Herstellung der Untergrundplatten ist ganz einfach:

Geeignet sind diverse Holzplattenzuschnitte aus dem Baumarkt. Die Größe richtet sich dabei nach dem Euch zur Verfügung stehenden Platz.
Spanplatte ist preiswert, aber recht schwer, leichteres Sperrholz solltet Ihr mit Holzleisten auf der Rückseite verstärken, damit die Platten nicht krumm werden.
Sog. Weichfaserplatten sind leicht und mir wurde schon Gutes berichtet. Wir hatten im Atelier unterschiedliche Platten- für unseren ersten Workshop wurde alles bespannt, was sich an Holzplatten im Raum befand :)

Zum "Polstern" der Platten könnt Ihr Filz oder Moltonstoffe verwenden. Hier lässt sich auch gut Stoffrecycling betreiben: Für die Bildbeispiele habe ich einen ausgedienten, dünnen Matratzenschoner verwendet. Einfache Fleecedecken aus dem schwedischen Möbelhaus wurden auch schon von einer Kursteilnehmerin erfolgreich eingesetzt oder Ihr spannt 2 -3 Lagen alte Flannellbettwäsche über die Platten.
Obendrauf kommt eine Lage Rohnessel, Bettlaken oder ähnlicher Baumwollstoff. Hier möchte ich gerne Folgendes ergänzen: Im Laufe der Zeit verwandeln sich diese Untergrundstoffe häufig zu sehr interessanten, belebten Flächen. Diese können die Grundlage für neue Bilder sein!
Wenn Ihr mit Procionfarben oder anderen Stofffarben druckt, ist es vielleicht sinnvoll, einen Untergrundstoff zu verwenden, der sich auch für Nähprojekte verwenden lässt (ich habe schon mal Taschen aus eben diesen "Nebenbeikunstwerken" gesehen- große Klasse!)

Eine Anleitung mit Styrodurplatten und Malerflies findet Ihr hier bei Farbwelten.


IMG_0800.jpg
Ihr benötigt:
Eine Holzplatte (hier Tischlerplatte)
"Polsterstoff" (hier ein alter Matratzenschoner)
Untergrundstoff (hier Rohnessel)
Schere und Tacker

IMG_0801.jpg
Die Holzplatte auf den "Polsterstoff" legen und diesen ringsherum einige Zentimeter größer als die Platte zuschneiden. Mit einem Tacker den Stoff auf der Rückseite der Platte befestigen. Erst eine Seite, dann die jeweils gegenüberliegende Seite. Achtet darauf, dass keine Falten entstehen.

IMG_0802.jpg
Dann die Ecken einschlagen und festtackern- eventuell überstehenden Stoff beschneiden.

IMG_0803.jpg
Dann den Nesselstoff in gleicher Weise aufspannen.

IMG_0804.jpg
Das lädt doch zum Drucken ein, oder?

IMG_0798.jpg
Nach einer Weile sehen die Platten dann so aus- manchmal ergeben sich ganz tolle Bilduntergründe, die zum Weitermalen/drucken verwendet werden können.


Ich drucke nun schon seit mehreren Jahren auf diesen Untergründen und bin sehr zufrieden. Ab und an drucke ich ja auch mal auf Papieren- das geht natürlich auch. Nicht so komfortabel wie mit einem Profitisch mit Ansaugvorrichtung und Rahmenklammern etc. aber für kleinere Auflagen und Einzeldrucke, wo es nicht auf die hundertprozentige Genauigkeit ankommt, reicht es mir im Moment.

Vielleicht ist Euch diese kleine Anleitung zum Thema "Siebdruckausrüstung selbst gemacht" ja nützlich, ich habe noch ein paar Beiträge zu Sieben, Belichtung etc. in Vorbereitung, die ich in den nächsten Wochen nach und nach hier einstellen werde.





Kommentare:

  1. OH, ja danke, mehr davon! Ich habe bisher immer meinen Arbeitstisch für den Drucktag mit mehreren Lagen Decken und Stoff gepolstert (mit Klebeband) und dann wieder abgebaut, aber das ist doch sehr aufwändig... Freue mich auf mehr Siebdruckwissen und grüße herzlich
    Michaela

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    1. Wird gemacht! Dauert nur noch ein wenig...komme nicht so viel zum Schreiben, wie ich gerne wollte zur Zeit.

      LG

      Kristina

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  2. Liebste Kristina hab tausend Dank und ich bin auch ganz gespannt auf die nächsten Post von Dir. Ich finde es wirklich toll, dass Du Dein Wissen teilst ganz offen.
    Aller Liebste Grüße,
    Dilek

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Die Sicherheitsabfrage muss sein, leider…ich werd sonst mit Quatsch zugemüllt und das ist doof. Aber über "echte" Kommentare von Euch freue ich mich! LG Kristina

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