Mittwoch, 19. November 2014

Workshop mit Uta Lenk: IQ- Von der Inspiration zum Quilt

Vorletztes Wochenende habe ich mich mal wieder für ein paar Tage verkrümeln dürfen, um meine Kenntnisse im Bereich der Textilkunst zu erweitern. Wie schön! Und besonders schön, dass der Wochenendkurs "IQ- Von der Inspiration zum Quilt" von Uta Lenk in Hamburg stattfand und ich nicht bis in`s Allgäu fahren musste (was zwar sehr schön, aber auch ein wenig anstrengend war). Leider war der lieben Uta -vielen Dank an die streikenden Lokomotivführer- keine entspannte Bahnfahrt in den Norden vergönnt…um so toller, dass der Kurs trotzdem stattfand.
Der Kurs fand in den großzügigen Räumen des Charlotte Paulsen Gymnasiums in Wandsbek statt und organisiert wurde das ganze Wochenende von Anne-Kathrine Wieben-Timmann, die das ganz toll gemacht hat und für einen reibungslosen Ablauf und entspannte Stimmung gesorgt hat. Vielen Dank!


Da ich ja noch nicht sooo lange mit Stoffen arbeite, bin ich natürlich immer sehr daran interessiert, bekannte Textilkünstlerinnen kennen zu lernen und ein wenig über deren Arbeitsweise zu lernen. Komposition und Bildfindung stehen für mich ja zur Zeit ganz oben auf der Liste und deshalb hat mich dieser Workshop angesprochen. Uta hat uns sehr viel über ihren Arbeitsprozess- in diesem Fall Kinderzeichnungen, aus denen dann Kompositionen für ihre Werkgruppe "Linienspiele" entstanden sind- vermittelt und das war spannend.

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Uta Lenk, Linienspiel XIX
Diesen Quilt hat sie als Beispiel mitgebracht. Schön, mal ein Teil, welches ich nur von Bildern kannte, im Original zu sehen. Und wie man unschwer erkennen kann, sind da einige Kurven und Rundungen eingebaut, die alle genäht und nicht appliziert sind.

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Meine "Inspiration" für dieses Wochenende war ein Ausschnitt aus einer Dekozeitung. Ich habe Folie darübergelegt und die wichtigsten Elemente nachgezeichnet.

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Dann das Ganze mit dem Tageslichtprojektor an die Wand geschmissen und flugs vergrößert. Das haben wir früher im Atelier andauernd gemacht und ich finde das Arbeiten in Originalgröße zum Entwerfen eines Quilts sehr sehr hilfreich. Ich glaube, ich muss mir wieder einen Projektor oder einen Beamer besorgen…
Die so entstandene Zeichnung habe ich dann mit Tusche weitergearbeitet- für mich der beste Weg, Flächen schnell zu verändern.

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Zum endgültigen Festlegen der Nähte habe ich das Teil dann noch mal auf weißes Papier übertragen und mich dann mit der technischen Umsetzung, sprich- wie kriege ich das genäht?- beschäftigt. Ob ich diesen Entwurf jemals umsetze, weiss ich noch nicht- wichtig war auf jeden Fall der Entwicklungsprozess und ich habe einige Tipps für zukünftige Bilder mitgenommen.

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Bevor wir allerdings mit der Entwurfsarbeit begannen, haben wir unter Utas Anleitung ein praktisches Übungsteil angefertigt, anhand dessen wir uns mit allen Kniffeligkeiten, die das Kurvennähen so mit sich bringen kann, vertraut gemacht haben.
Zuerst der Entwurf des Teils bestehend aus "nur" 13 Einzelstücken…

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die dann auf den Stoff übertragen und ausgeschnitten wurden…

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…und mit Hilfe von vielen Stecknadeln (und ich meine wirklich viele Stecknadeln…)…

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…nach und nach zusammen gesetzt wurden.

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Puh, geschafft! Wie man sieht, bedarf es noch einiger Übung für das perfekte Ergebnis, aber grundsätzlich habe ich es verstanden.

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Wie gesagt, es waren "nur" 13 Teile bei unseren Übungsstücken. Uta hat bei ihren Quilts eher so um die 100 einzelne Schablonen!

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Ach ja, ein Gutes hatte der Lokführerstreik ja für uns: Uta hatte, da sie ja mit dem Wagen unterwegs war, ihre handgefärbten Stoffe dabei. Hier könnt Ihr die kaufen…

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…und ich kann Euch sagen: das ist vielleicht gemein, den ganzen Tag neben solchen Stoffkisten zu sitzen und eigentlich ja gar nichts mehr an Stoff kaufen zu wollen!
Na ja, nur ein paar ganz kleine Stückchen…:)

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Nebenbei haben wir dann noch eine Technik gelernt, wie man Kreise einsetzt. Kannte ich zwar grundsätzlich schon, aber die Methode von Uta mit Papier geht vieeel besser und schneller- DAS werde ich demnächst auf jeden Fall vertiefen!

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Spontanes Probeteil- das ging ratzfatz- ich bin begeistert!

Es war ein schönes Wochenende, ich habe viel gelernt und bin sehr zufrieden, dass ich mich mal wieder ein paar Stunden ausschließlich der Textilkunst widmen konnte.

Einen weiteren Textil-Workshop habe ich für dieses Jahr noch gebucht, da freue ich mich auch schon drauf.







Kommentare:

  1. Ja, konkav-konvexes Nähen ist schon höhere Schule.
    Ich würde dir zu etwas weniger Nahtzugabe als den üblichen 1 cm raten, dann lassen sich die Rundungen leichter legen. 0,75 cm reichen in der Regel auch um das fassen zu können- oder nimm den Quarterinch-Fuß als Anhaltspunkt, das ist ein Supermaß!
    Ich selbst arbeite bei solchen Nähten mit weniger Stecknadeln und vielen Markierungspunkten, die fasse ich immer vor der Maschine und lasse das dann zur Nadel laufen. Aber da ernte ich meist ungläubige Blicke, viele brauchen die Stecknadeln als Sicherheit.
    Danke übrigens für deinen Allgäutipp, ich werde da nächstes Jahr mal hingehen :)

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  2. Beneidenswert, in Hamburg ist eben mehr geboten als hier unten im Wald ;-)
    Deine Herangehensweise ist sehr interessant, Deine Schablonenform gefällt mir, wirkt modern und zeitlos. Wundert mich nicht, dass es wieder Kreisformen sind.
    LG Ute

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Die Sicherheitsabfrage muss sein, leider…ich werd sonst mit Quatsch zugemüllt und das ist doof. Aber über "echte" Kommentare von Euch freue ich mich! LG Kristina

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