Sonntag, 21. Dezember 2014

Drucken mit der Gelli Plate: Meine Adventskalenderblätter

Mittlerweile sind alle Kalenderblätterumschläge wohlbehalten bei mir eingetroffen (wenn auch zum Teil noch nicht geöffnet).
Eine ganz vielfältige Mischung unterschiedlichster Effekte und Stile ist da zusammengekommen und das finde ich beim Gellidrucken so gut. Die vielen verschiedenen Möglichkeiten, die diese Technik so spannend macht.
Ich möchte Euch kurz zeigen, wie meine Drucke entstanden sind.

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Da ich grundsätzlich gerne in kleiner Serie arbeite, kam mir die Kalenderblattauflage von 13 Stück sehr recht. Ein paar Extrablätter habe ich noch zugeschnitten für eventuelle Fehldrucke. Das Arbeiten an mehreren Blättern gleichzeitig eignet sich gut dazu, erst einmal in aller Ruhe auszuprobieren und sich einzugrooven. Die gekaufte Gelliplate ist wesentlich fester als eine Platte aus reiner Gelatine, kann aber im Gegensatz zur Echtgelatineplatte keine Feuchtigkeit abgeben, was zu sehr kurzen Trocknungszeiten geführt hat.
Neben Acrylfarben habe ich noch Gouachefarbe und alte Studienaquarellfarben zweifelhafter Qualität aus der Tube verwendet, damit die mal wegkommen. Das verträgt sich alles gut mit- und nebeneinander.

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Die ersten drei Durchgänge (1. Rot, 2. helles Gelb, 3. Indischgelb) habe ich mich einfach auf flächigen Farbauftrag mit der Walze in unterschiedlichen Stärken konzentriert. Dabei habe ich die Blätter immer teilweise auf die Platte gelegt und mit einer zweiten kleinen Walze angedrückt. Wenn die Farbe auf der Platte knapp wurde, habe ich einige Spitzer Wasser aufgespenkelt. Das gibt neben den vollflächigen Drucken noch etwas leichtere Strukturen.

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In der nächsten Runde habe ich dann angefangen, mit Papierschablonen zu arbeiten. Einfache Büropapiere und Packpapier sind dafür völlig ausreichend. Um die grellen Farben der ersten Druckrunden etwas zu mildern, habe ich mit hellem Graublau und dann mit Grüntönen weitergedruckt. Um noch andere Strukturen zu erzielen, habe ich ab und an ein Gemüsenetz auf die Platte gelegt und abgedruckt. Da die Gelliplatten sehr elastisch sind, lassen sich auch prima dickere Druckstöcke verwenden. Soweit so gut.

Dann kam das, was bei mir immer passiert: Ich fand die Drucke allesamt völlig furchtbar. Zum in-die-Tonne-kloppen. Und das habe ich bei anderen Gelli-Adventspost Druckerinnen auch öfter gelesen…

Und dann habe ich das gemacht, was ich immer mache: Einfach weiter drucken. Jetzt nicht mehr stumpf alle hintereinander weg sondern jedes Blatt einzeln anschauen und gucken, was man so machen könnte.

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Und immer, wenn mir eines gefiel, habe ich es beiseite gelegt und mit den Verbliebenen weiter gearbeitet.

Wie schon gesagt: DIE Gellidrucktechnik an sich gibt es glaube ich nicht. Ich habe mich bei dieser Serie vor allem auf Papierschablonen und einige wenige Struktureffekte beschränkt. Gemüsenetze, Zahnspachtel für Streifen und Stempel. Manchmal habe ich eine Fläche überlasiert, um die Farbe zu verstärken.

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Bei einigen Blättern habe ich auch Papiere aufgeklebt. Was ich festgestellt habe ist, dass die ausgeschnittenen (oder gerissenen) Papierformen mit der Zeit ganz hervorragendes Collagepapier abgeben. Je öfter sie benutzt werden, desto subtiler wird natürlich auch die Farbe der Papiere. Ich habe mir einen Karton geschnappt und sammele die so entstandenen Papiere. So kann ich bestimmte Formen  direkt wieder verwenden- sehr praktisch.

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Einige haben gefragt, wie die Muster auf dem Druck zustande gekommen sind. Seit Jahren warten ein paar Indische Holzstempel auf ihren Einsatz. Ich habe die Stempel einfach in die ausgewalzte Farbe gedrückt und dann das Blatt aufgelegt.
(Die Striche habe ich mit Bleistift gezogen…)

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In Türkis sehen die Muster jetzt viel schöner aus als vorher :)

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Hier kann man das sehen: Türkis auswalzen, Stempel eindrücken und die Bereiche, die nicht bedruckt werden sollen mit Papier abdecken.

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Nachdem ich diesen Druck hier in gleicher Manier produziert hatte…

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…sah die Platte mit der Papierschablone so aus.

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Und beim Abziehen des Papiers kam dann dieses schöne Muster zustande. Deshalb: Unbedingt aufheben!

Ich freue mich schon auf die nächste Druckrunde, wenn Tannenbaum und Co. wieder ausgezogen sind :)







Kommentare:

  1. Danke fürs Erklären!
    Das Muster ist super. Ich freu mich jedes mal darüber wenn ich das Blatt in die Hand nehme.

    lg
    iris

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  2. Liebe Kristina,
    *sofortauchwill*, ab Mitte Januar ist's in meinem Plan. Da wird man schon beim Lesen ganz hibbelig;) Ich finde deine Drucke so schön und dass man die gefärbten Schablonen auch aufheben muss, ist ja klar! Danke für die Stepps!
    Liebe Grüße und schöne Weihnachten für euch!
    Moni

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  3. Ja, das Experimentieren ist so toll- wenn man dann um jedes Blatt ringt und nix verloren gibt.
    Das ist bei so schönen Ergenbissen ein *Taschkka* auf ganzer Linie.

    Du musst ja einen irren Vorrat an Collagenpapieren und Malgründen haben!

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  4. Ganz große Klasse....wo findet man diese tollen indischen Stempel? Gruß aus Bietigheim, Kirsten

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  5. Danke für Deinen Kommentar bei mir. Ich war gleichzeitig bei Dir auf dem Blog unterwegs :-D. Deine Gelliprints sind große Klasse; ich will meine nach Weihnachten auch mal wieder auspacken.
    Für die indischen Stempel habe ich übrigens bisher zwei Quellen gefunden: Einmal bei Jamie Malden in England (http://colouricious.com/) und bei Fischers Lagerhaus (http://fischers-lagerhaus.de/).
    Viele Grüße
    Jorin

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  6. Wunderwunderschön, den Werdegang hier zu sehen... Das macht unglaublich Lust aufs Weiterexperimentieren... Ich konnte mich auch noch nicht von einem Schnipsel trennen... Ich hatte zum Abnehmen der Restfarbe Zeitung verwendet, und da ergeben sich auch ganz interessante gefärbte Buchtabenstellen, die wieder inspirieren... Liebe Grüße Ghislana

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  7. Unglaublich, dass die Drucke alle aus den oberen gelborangeroten Blättern entstanden sind. Deine Drucke sind wirklich wundervoll geworden, besonders die mit den indischen Stempeln.
    Liebe Grüße
    Heidi

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  8. Klasse wie Du Deine Herangehensweise erklärst, wunderschön sind sie geworden Deine Drucke. Die filigranen Stempelmuster sind traumhaft.
    Vielleicht eine Anregung für Dich als Patchworkerin: Meine ersten Versuche auf Leinenstoff zu drucken: hier und hier

    wünsche Dir eine gute Zeit
    Judika

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  9. Herzlichen Dank für dein wunderbares Kalenderblatt! Ich wünsche dir einen guten Jahreswechsel und ein gesundes neues Jahr! LG Lotta.

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Die Sicherheitsabfrage muss sein, leider…ich werd sonst mit Quatsch zugemüllt und das ist doof. Aber über "echte" Kommentare von Euch freue ich mich! LG Kristina

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