Sonntag, 30. November 2014

Workshop mit Heide Stoll-Weber: Entwurf von Miniaturquilts

Eigentlich hatte ich an dieser Stelle einen beschaulichen Adventspost so ganz klassisch bebildert mit brennender Kerze an Tannengrün in der Nähe von Mandarinen und Nüssen und im Vordergrund die selbstgebackenen Schoko-Zimtsterne neben der Punschtasse oder so geplant.

O.K. Der allgemeine Dauererkältungszustand innerhalb der Familie hat sich pünktlich zum Advent in Grippe beim Einen und Bindehautentzündung beim Anderen gemausert. Also wurde das Keksebacken auf nächste Woche verschoben (falls ich nicht in den nächsten Tagen schlapp mache…). Die Nüsse sind noch in den Tüten, das Tannengrün liegt auch noch in der Ecke, den Hirschbraten habe ich dann heute Mittag alleine zu mir genommen- immerhin habe ich eine Kerze auf den Tisch gestellt und angezündet- und der Rest des Tages ist mit anderem blöden Tüddelkram rumgegangen. Großartig.

Und deshalb erinnere ich mich lieber an das letzte Wochenende, denn das habe ich im Quilthouse Hamburg bei einem Workshop mit Heide Stoll-Weber verbracht.

Bildfindung, Entwurf und Komposition waren das Thema. Wir haben nach Heides Methode einiges an Entwurfsarbeit gemacht und davon dann ein Teil in Stoff zu einem Miniaturquilt umgesetzt.

Der Workshop war toll und ich möchte gerne noch mehrere meiner Mini-Designs in Stoff oder mit Farbe umsetzen. Fotos habe ich diesmal nur ganz wenige, aber für einen kleinen Eindruck reicht es denke ich.
Zu Schade, dass diese Kurse immer sooo schnell zu Ende sind- ich hätte gerne noch intensiver gearbeitet und noch ein größeres Teil angefertigt. Viele "Nähprobleme" -besonders Kurven- erledigen sich nämlich, wenn das ganze Werkstück entsprechend groß ausfällt.

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Diese Skizze habe ich in mehreren Varianten in Graustufen umgesetzt dann vergrößert und Nähte gesetzt.

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Kommentar der Kursleiterin: "Spannendes Teil- ich möcht`s nicht Nähen müssen :)" Ich habe zwischendrin tatsächlich ordentlich geflucht, habe mich aber durchgebissen und irgendwann auch das Ding mit dem improvisierten Zuschneiden mit glattem Kopierrädchen (Wunderwaffe, ich sag`s Euch!) geschnallt…

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…Nähübung aus den Resten. Ich mag meinen grauen Damast, den ich im Frühsommer gefärbt hatte.

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Ja, das war für dieses Jahr erst einmal der letzte "Nähkurs".
Jetzt heißt es erst einmal das Gelernte umzusetzen und das wird mich die nächste Zeit ausreichend beschäftigen.








Samstag, 22. November 2014

11 Kilo schöne Dinge! Die Wundertüte

Eigentlich ist es ja eher eine Wunderkiste :) Zur Zeit reist ein großes Paket kreuz und quer durch die Republik. Gefüllt mit Kreativ-Materialien unterschiedlichster Art. Jede Teilnehmerin der Runde hat etwas zur Füllung beigesteuert und jede darf sich etwas aus den vielen Dingen aussuchen und legt etwas anderes zur Sammlung dazu, bevor sich die Wundertüte wieder auf die Reise macht.

Eine schöne Idee und eine gute Sache, denn die viele von uns haben zwischen ihren Kreativ-Materialien tolle Sachen, die aber irgendwie nie zum Einsatz gekommen sind und sich ab und zu mal von Dingen zu trennen ist ja auch nicht verkehrt. Zumal sich in der Wundertüte ja gaaanz viele andere Schätze finden lassen :)

In`s Leben gerufen haben diese Aktion Mareike und Moni vom Alltäglich-Blog. Dazu in Kürze mehr…:)

Die Wundertüte ist inzwischen wieder unterwegs und ich zeige Euch die Dinge, die ich zum Start der Aktion beigesteuert habe und die Sachen, die ich mir jetzt aus der Riesenauswahl rausgepickt habe, um mich damit in nächster Zeit zu vergnügen.

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Ein Stück mit Dekaprint-Farben aquarellig bemalten und besiebdruckten Stoff, den ich einfach nie in einem Projekt unterbringen konnte. Ich bin gespannt, bei wem er sich jetzt befindet und was daraus wird…

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Eine selbst gemachte "Jelly-Roll" mit Schwarz/Weiss Prints- teilweise gekauft, teils selbstbedruckt und eine Quiltschablone, die ich vor Jahren mal im Shopping Rausch hier gekauft hatte.


Bei mir bleibt jetzt:

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Dieses Buch…

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…Mustervorlagen kann man nie genug haben…

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…ein Stapel Scrapbooking-Papiere…

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Vintage-Spitze und Knöpfe…

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Diese zwei entzückenden Döschen…

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…noch ein wunderbares Set Knöpfe…

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…und eine Packung Moosgummiteile.

Ich hoffe, die nachfolgenden Teilnehmerinnen haben genau so viel Spaß an der Kiste (und den Dingen, die ich hineingelegt habe), wie ich.
Mal sehen, ob die Kiste noch ein zweites Mal bei mir vorbeikommt, und was dann drin ist.





Mittwoch, 19. November 2014

Workshop mit Uta Lenk: IQ- Von der Inspiration zum Quilt

Vorletztes Wochenende habe ich mich mal wieder für ein paar Tage verkrümeln dürfen, um meine Kenntnisse im Bereich der Textilkunst zu erweitern. Wie schön! Und besonders schön, dass der Wochenendkurs "IQ- Von der Inspiration zum Quilt" von Uta Lenk in Hamburg stattfand und ich nicht bis in`s Allgäu fahren musste (was zwar sehr schön, aber auch ein wenig anstrengend war). Leider war der lieben Uta -vielen Dank an die streikenden Lokomotivführer- keine entspannte Bahnfahrt in den Norden vergönnt…um so toller, dass der Kurs trotzdem stattfand.
Der Kurs fand in den großzügigen Räumen des Charlotte Paulsen Gymnasiums in Wandsbek statt und organisiert wurde das ganze Wochenende von Anne-Kathrine Wieben-Timmann, die das ganz toll gemacht hat und für einen reibungslosen Ablauf und entspannte Stimmung gesorgt hat. Vielen Dank!


Da ich ja noch nicht sooo lange mit Stoffen arbeite, bin ich natürlich immer sehr daran interessiert, bekannte Textilkünstlerinnen kennen zu lernen und ein wenig über deren Arbeitsweise zu lernen. Komposition und Bildfindung stehen für mich ja zur Zeit ganz oben auf der Liste und deshalb hat mich dieser Workshop angesprochen. Uta hat uns sehr viel über ihren Arbeitsprozess- in diesem Fall Kinderzeichnungen, aus denen dann Kompositionen für ihre Werkgruppe "Linienspiele" entstanden sind- vermittelt und das war spannend.

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Uta Lenk, Linienspiel XIX
Diesen Quilt hat sie als Beispiel mitgebracht. Schön, mal ein Teil, welches ich nur von Bildern kannte, im Original zu sehen. Und wie man unschwer erkennen kann, sind da einige Kurven und Rundungen eingebaut, die alle genäht und nicht appliziert sind.

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Meine "Inspiration" für dieses Wochenende war ein Ausschnitt aus einer Dekozeitung. Ich habe Folie darübergelegt und die wichtigsten Elemente nachgezeichnet.

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Dann das Ganze mit dem Tageslichtprojektor an die Wand geschmissen und flugs vergrößert. Das haben wir früher im Atelier andauernd gemacht und ich finde das Arbeiten in Originalgröße zum Entwerfen eines Quilts sehr sehr hilfreich. Ich glaube, ich muss mir wieder einen Projektor oder einen Beamer besorgen…
Die so entstandene Zeichnung habe ich dann mit Tusche weitergearbeitet- für mich der beste Weg, Flächen schnell zu verändern.

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Zum endgültigen Festlegen der Nähte habe ich das Teil dann noch mal auf weißes Papier übertragen und mich dann mit der technischen Umsetzung, sprich- wie kriege ich das genäht?- beschäftigt. Ob ich diesen Entwurf jemals umsetze, weiss ich noch nicht- wichtig war auf jeden Fall der Entwicklungsprozess und ich habe einige Tipps für zukünftige Bilder mitgenommen.

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Bevor wir allerdings mit der Entwurfsarbeit begannen, haben wir unter Utas Anleitung ein praktisches Übungsteil angefertigt, anhand dessen wir uns mit allen Kniffeligkeiten, die das Kurvennähen so mit sich bringen kann, vertraut gemacht haben.
Zuerst der Entwurf des Teils bestehend aus "nur" 13 Einzelstücken…

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die dann auf den Stoff übertragen und ausgeschnitten wurden…

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…und mit Hilfe von vielen Stecknadeln (und ich meine wirklich viele Stecknadeln…)…

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…nach und nach zusammen gesetzt wurden.

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Puh, geschafft! Wie man sieht, bedarf es noch einiger Übung für das perfekte Ergebnis, aber grundsätzlich habe ich es verstanden.

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Wie gesagt, es waren "nur" 13 Teile bei unseren Übungsstücken. Uta hat bei ihren Quilts eher so um die 100 einzelne Schablonen!

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Ach ja, ein Gutes hatte der Lokführerstreik ja für uns: Uta hatte, da sie ja mit dem Wagen unterwegs war, ihre handgefärbten Stoffe dabei. Hier könnt Ihr die kaufen…

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…und ich kann Euch sagen: das ist vielleicht gemein, den ganzen Tag neben solchen Stoffkisten zu sitzen und eigentlich ja gar nichts mehr an Stoff kaufen zu wollen!
Na ja, nur ein paar ganz kleine Stückchen…:)

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Nebenbei haben wir dann noch eine Technik gelernt, wie man Kreise einsetzt. Kannte ich zwar grundsätzlich schon, aber die Methode von Uta mit Papier geht vieeel besser und schneller- DAS werde ich demnächst auf jeden Fall vertiefen!

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Spontanes Probeteil- das ging ratzfatz- ich bin begeistert!

Es war ein schönes Wochenende, ich habe viel gelernt und bin sehr zufrieden, dass ich mich mal wieder ein paar Stunden ausschließlich der Textilkunst widmen konnte.

Einen weiteren Textil-Workshop habe ich für dieses Jahr noch gebucht, da freue ich mich auch schon drauf.







Montag, 17. November 2014

Guerilla-Buchbinden für Ungeduldige! Full Tilt Boogie von Mary Ann Moss

Zwei Sachen betreibe ich bereits seit längerer Zeit:
Zum Einen hege ich eine kleine Leidenschaft für sebstgemachte Bücher. Eine theoretische Leidenschaft jedenfalls.
Zum Anderen bin ich eine begeisterte Leserin dieses Blogs (Klick). Ich mag den ganz besonderen Stil von Mary Anns Zeichnungen und Büchern und gerade wenn das Wetter bei uns mal nicht so dolle ist, sind ein paar Blicke nach Kalifornien mit Blumen und Meer und so immer ganz nett. Und nun habe ich einfach mal meinen ersten Online-Kreativ-Kurs gebucht und mich nach langer Zeit mal wieder dem Thema "Buchbinden" befasst.
Mary Ann Moss bietet mehrere Online-Classes an und eine davon ist "Full Tilt Boogie". Hier zeigt sie, wie sie aus alten Fotoalben neue Journals und Skizzenbücher herstellt. Im typischen Mary Ann Style natürlich und zu dem gehört eine gehörige Portion "Unperfektheit". Und genau das ist es, was ich brauchte, um loszulegen. Schon lange will ich nämlich meine Ansammlung von diversen Papieren jeglicher Geschmacksrichtung mal zu Büchern verarbeiten. Abgehalten hat mich vor allem mal die Tatsache, dass ich nur so eine ganz einfache Mini-Schneidemaschine besitze, mit der sich so gut wie keine perfekt geraden Zuschnitte machen lassen. Aber für ein "Mary Ann-Buch" braucht es das nicht wirklich und so habe ich mir die Grundzutaten für`s Buchbinden besorgt und einfach mal angefangen...


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Der Plan, diverse Papiere in einem Buch unterzubringen, ist schon mal aufgegangen :) (Auch wenn der Stapel sich noch nicht nennenswert verkleinert hat- dazu muss ich noch einen halben Regalmeter Bücher herstellen…)

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Tadah! Mein Erstlingswerk!

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Wie man sieht, alles andere als perfekt geschnittene Seiten…stört mich das?
Nö!

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Ich weiß nicht, wie sich diese Art von Bindung nennt. Das Webband mit den Blumen ist schon älter- habe ich mal geschenkt bekommen, schön gefunden und nie gewusst, was ich damit tun sollte. Die Buchdeckel sind von einem Bildband, der der letzten Regalausmisteaktion zum Opfer gefallen war und den ich einfach in seine Einzelteile zerlegt habe. (Einige Innenseiten habe ich auch direkt wieder eingebunden).

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Da ich demnächst mal wieder mit dem Zeichnen anfangen will, habe ich in der Hauptsache weißes Aquarellpapier verwendet.

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Nicht passende Bögen habe ich mit Masking Tape auf die richtige Größe gebracht. (DER Stapel ist nun auch ordentlich geschrumpft :) )

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Und eine ganz ordinäre Rolle Abklebeband von Tesa musste auch herhalten…

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...und weil mir das Deckblatt vom Aquarellblock so gut gefallen hat, ist es direkt mit eingebunden worden.

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Dazu noch ein paar angefangene "Kunstwerke" und diverse andere Papiere.

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Und da man auf Schwarz ja auch ganz schön Zeichnen und Malen kann, habe ich auch noch eine schwarze Seite zusammengestückelt. Das Binden der Einzelteile zum Buch war relativ fummelig- Mary Ann empfiehlt zu Recht mindestens ein Übungsteil anzufertigen- das habe ich mir natürlich gespart- also werde ich noch mal in der Papierkiste wühlen und direkt noch ein Buch mit dieser Technik zusammennähen.
Dieses hier wartet jetzt darauf, gefüllt zu werden. In ein paar Tagen könnt Ihr euch für die Online Class "Sketchbookery" von Mary Ann registrieren…ich bin schwer am Überlegen, ob ich das machen sollte?


Ach, nur so aus Interesse- weiß jemand, wie sich "Full Tilt Boogie" in`s Deutsche übersetzen lässt?










Dienstag, 11. November 2014

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