Samstag, 12. Dezember 2015

Kleiner Nachtrag zur Katzenpostkartendruckaktion


Ich danke Euch ganz herzlich für das Lob, welches ich für mein kleines Milchtütendruckexperiment von Euch bekommen habe! Ich freue mich sehr darüber (ich glaube, so viele Kommentare hatte noch kein Beitrag hier zu vermelden :) )

Und da auch ein paar Fragen dabei waren, gibt es hier noch einmal ein paar kleine Ergänzungen zum Thema "Tiefdruck und Nudelmaschine". Nun habe ich ja auch noch nicht viel Erfahrung mit Tiefdruck und habe mir schnell die entsprechenden Kapitel in meinen Büchern durchgelesen :)
Wenn hier also erfahrene TiefdruckerInnen mitlesen: Tipps zum Thema sind sehr willkommen!

Zur Maschine: Wenn Ihr auch so eine Pastamaschine besitzt und sie auch wirklich öfter zum Herstellen leckerster Teigwaren verwendet und das auch in Zukunft weiterhin tun wollt, braucht ihr meiner Meinung nach keine Bedenken zu haben, dass die Maschine nach dem Drucken mit Farbe verunreinigt ist. Zum Einen solltet Ihr sowieso für den Auftrag bzw. das Wegwischen der Druckfarbe Latexhandschuhe tragen und diese jedes Mal, wenn Ihr mit Eurem schön sauberen Druckpapier hantiert, ausziehen, damit Ihr saubere Ergebnisse erhaltet. So kann keine Farbe an die Kurbel der Pastamaschine gelangen. Die Druckplatte hält nur extrem wenig Farbe und wird beim Drucken ja zwischen den Filz und die Küchenpapiere gelegt. Da wird nichts "Rausgequetscht" oder so.

Falls Nudelmaschinen ähnlich sind: Ich hatte meine auf "4" eingestellt...

Zur Farbe: Die Farbe die ich verwendet habe ist von der Firma Charbonnell (z. B. von Boesner). Es handelt sich um Kupfertiefdruckfarbe. Diese ist sehr zäh und auf Ölbasis. Da beim Tiefruck mit angefeuchtetem Papier gearbeitet wird ist ölhaltige Farbe nötig, um ein deutliches Druckbild zu erhalten. Ich habe mich für das Soft Schwarz entschieden, welches sich leichter verwischen lässt. (Metallplatten werden gewöhnlicherweise erwärmt, was hier ja nicht der Fall war.) Die Drucke brauchen, wie Ölfarbe zum Malen, mehrere Tage, bis sie getrocknet sind.
Es gibt auch Tiefdruckfarbe, die aus einer mit Wasser abwaschbaren Emulsion auf Ölbasis besteht. Lösemittel zur Reinigung von Werkzeugen und Händen entfallen hierbei- vielleicht eine gute Lösung, wenn Kinder Drucken.

Zum Papier: Für Tiefdruckverfahren muss das Papier feucht sein, damit es geschmeidig wird und sich unter Druck in die Vertiefungen der Platte pressen lässt, ohne zu reißen. (Meinen allerersten Katzendruck habe ich mit trockenem Papier versucht- hat gar nicht funktioniert…) Das Papier sollte nicht zu dünn sein, 300g/m2 sind gut geeignet. Probedrucke mit verschiedenen Papieren sind sicherlich eine gute Idee.

Die Radiernadel: Ich hatte mir eine preiswerte Nadel gekauft. Ich bin ziemlich sicher, dass Ihr auch mit anderen Werkzeugen, wie zum Beispiel einer spitzen Ahle oder einer dicken Nähnadel arbeiten könnt. Wichtig ist in diesem Fall, dass die Oberfläche des Tetrapaks "verletzt" wird, also Kratzer bekommt. In den Vertiefungen und an den entstehenden Graten bleibt die Druckfarbe dann hängen. Dabei braucht es nur wenig Kraftaufwand- auch feine Striche werden beim Druck abgebildet.

Wenn Ihr "intaglio with tetra pak" googelt, findet Ihr unter anderem  Jo`s Green Room mit einer Beschreibung zum Tetrapak Druck und Hier auf französisch mit Eisbär auch ein paar Beispiele.
Auf dem Blog der englischen Illustratorin Emily Warren habe ich hier und hier auch Beispiele entdeckt.

Da mir die Technik und das Thema sehr gefällt, habe ich eine Pinnwand auf Pinterest aufgemacht- wenn Ihr auch Tetrapaktiefdruckergebnisse mit der Welt teilen wollt, sagt mir Bescheid- ich lade euch ein, dann können wir zusammen pinnen, was die Nudelmaschine hergibt :)

Tetra_pak_intaglio4570.jpg








Kommentare:

  1. Ich glaube, ich muss mir von einer der Töchter dann mal eine Pastamaschine ausleihen ;-) Danke für die vielen Tipps. Deine Miez ist echt was ganz Besonderes... Lieben Gruß Ghislana

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  2. Klasse, dass du noch mehr Infos nachlegst! Gerade heute, auf der Heimfahrt vom Schwimu-Geburtstag, erzählte ich meinem Mann von dieser Nudelmaschinen-Drucktechnik und er meinte, dass sie in der Oberstufe mit einer Bitumen artigen Paste auf Kupferplatten geritzt, geätzt und gedruckt hätten. Was man noch so alles von einander erfahren kann!

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  3. Das sind ja alles tolle Infos, danke dir! Also dann werde ich mal schauen, ob ich mich da irgendwann auch ranwage. Hört sich jedenfalls verlockend an.
    LG. Susanne

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  4. also mit fingerfarbe und einem nudelholz funktioniert es nicht..... ;-) das haben wir nämlich heute nachmittag mal ausgetestet. auch von dir inspiriert.
    danke für deine inspirationen!!
    lg
    claudia

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  5. Herzlichen Dank für die Weitergabe deiner Druckgeheimnisse! Ich hatte auch schon befürchtet, dass meine einfache Linoldruckfarbe nicht funktioniert!
    Liebe Grüße
    Christine

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  6. Liebe Kristina! Vielen Dank für Deine ausführlichen Tipps! Am WE konnte ich mich dann auch nicht mehr zurückhalten und dachte mir:" Milchtüte hab ich, Nudelmaschine hab ich, Papier hab ich und Farben hab ich. Letzteres stellte sich dann zu erwartenderweise als Problem dar, was ich hier mit Euch teilen möchte. Ich hatte nämlich keine Tiefdruckfarbe zu Hause. Vielleicht sind ja meine Erfahrungen für Euch hilfreich: Siebdruckfarbe funktioniert so gut wie gar nicht, Ölfarbe funktioniert, sieht aber nur mittelmäßig aus. Vielleicht hatte ich aber auch das Papier nicht lang genug eingeweicht. Ist das Papier zu fest, ließ sich die Ölfarbe fast gar nicht draufdrucken. Spaß hat es trotzdem gemacht. Und Danke an Dich, Kristina, für so viel Inspiration auf Deinem Blog. Liebe Grüße, Vanessa

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Die Sicherheitsabfrage muss sein, leider…ich werd sonst mit Quatsch zugemüllt und das ist doof. Aber über "echte" Kommentare von Euch freue ich mich! LG Kristina

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