Sonntag, 23. April 2017

Kopenhagen Sydhavn: Grüße von der Großbaustelle

So, wie angekündigt, nehme ich meine Bloggertätigkeit hiermit wieder auf. Kreativ/Künstlerisch habe ich zwar Nix zustande gebracht, aber die Umzugskartons sind bis auf einige wenige ausgepackt.

Gute vier Wochen sind nun bereits vergangen, seit wir mit den Kindern in unserer neue Wohnung in Kopenhagen gezogen sind. Ganz "offiziell" ist das noch nicht- unsere alte Wohnung in Hamburg wird in den nächsten Tagen übergeben und dann melden wir uns erst einmal bis auf weiteres aus Deutschland ab. Schluck. Fühlt sich schon komisch an...

Ich hatte eine Weile überlegt, womit ich meinen Kopenhagenbericht beginnen könnte- gar nicht so einfach. Aus touristischer Sicht habe ich ja noch gar nicht so viel von der Stadt gesehen. Der Schwerpunkt der letzten Wochen lag eindeutig darin, den Alltag für uns neu zu organisieren. Daher kann ich bislang noch mit keinen besonderen Ausgeh-oder Shopping-Tipps aufwarten. Mein Aktionsradius erstreckt sich für`s Erste lediglich in die direkte Umgebung unserer Wohnung und mit dem Bus zu Leos Schule.

Also zeige ich euch doch einfach mal ein paar Bilder von unserem Stadtteil, der so gänzlich anders ist, als ich es mir gedacht hatte, als klar war, dass wir hierher ziehen würden. Ich war zuvor nie in Kopenhagen gewesen und kannte vor allem mal Berichte aus Wohnzeitschriften, wo in der Hauptsache wunderschön eingerichtete Altbauwohnungen gezeigt wurden. Na ja, und so dachte ich, würden wir uns eben auch eine nette Bleibe in einem gemütlichen Stadtviertel suchen.
Denkste.
Der Wohnungsmarkt in Kopenhagen ist noch wesentlich angespannter als in Hamburg. Und für Äuswärtige wie uns ist es praktisch unmöglich, eine dieser schönen, zentrumsnahen Altbauwohnungen zu einem halbwegs vertretbaren Preis zu ergattern. Auf den Wartelisten für "Genossenschaftswohnungen" oder wie sich das hier nennt, landeten wir dann auch direkt auf Platz 5000...geschätzte Wartezeit für eine 4 Zimmerwohnung ist hier zur Zeit ca. 15 Jahre. Also keine Option für uns. Haus kaufen ist uns im Moment noch zu heftig und da wir nicht zu weit von Leos Schule (die im Zentrum liegt) entfernt wohnen können, auch nicht finanzierbar.

Und weil wir irgendwann die Nase voll hatten von der frustrierenden Suche, haben wir uns dann einfach eine Neubauwohnung gemietet. Sonntag angeschaut, mir Fotos gemailt, sich entschieden, Montag den Mietvertrag zugeschickt bekommen. Fertig.

København_Sydhavnen_001.jpg
Willkommen auf der Großbaustelle! Seit ungefähr 10 Jahren entsteht im Stadtgebiet 2450 København SV ein riesiges neues Wohngebiet. Die Nachfrage nach Wohnraum ist groß und die Stadt wächst mit Hochdruck. Eine Baustelle geht in die nächste über und Kräne, Container und Bauzäune bestimmen das Straßenbild. Dieser Teil von Sydhavn hat mit dem "alten" Sydhavn, welches hier als Arbeiterviertel mit hoher Arbeitslosigkeit eher einen schlechten Ruf hat, nichts zu tun.

København_Sydhavnen.jpg
Wer sich für moderne Architektur interessiert, ist hier auf jeden Fall gut aufgehoben.

København_Sydhavnen_008.jpg
Wenn das hier fertig ist, haben wir vom Innenhof unseres Hauses direkten Zugang zum Wasser.

Oskar_000.jpg
Zum Glück wohnen wir ganz oben. Für Oskar und Leo sind die Bauaktivitäten spannend zu beobachten. Hier auf Teglholmen wird so ziemlich alles an großen Baufahrzeugen aufgeboten, was man sich so vorstellen kann: Kleine Bagger, große Bagger...

Bagger_001.jpg
...und sogar Bagger, die auf ihren eigenen Booten angeschippert kommen! Von unserem Balkon haben wir tatsächlich Blick auf Ostseewasser- ich hoffe, das Haus da unten wird nicht zu hoch...

København_Teglholmens_008.jpg
Ein paar Häuser weiter legt die Hafen-Fähre an. Mit meiner Monatkarte kann ich direkt bis in die Innenstadt oder bis zur Kleinen Meerjungfrau fahren!

København_Sydhavnen_002.jpg
Das benachbarte Sluseholmen hat schon ein paar Jahre auf dem Buckel. So wird es bei uns dann auch (hoffentlich bald) aussehen. Viele Brücken und ganz viel Wasser...

København_Sluseholmens_007.jpg
Und wenn man über ebenjene "Sluse" (Schleuse) spaziert, ist man direkt im Grünen. Ich finde, wir haben es doch ganz gut getroffen für den Anfang.
Sobald wir einen Kindergartenplatz für Oskar gefunden haben, kann ich mich dann auch ein wenig freier in der Stadt bewegen und auch mal zwischendurch den Bus verlassen und die benachbarten Stadtviertel erkunden. Ich werde berichten... :)





  

 

Kommentare:

  1. Oh Kristina, das sieht doch gut aus! Ein bisschen wie Venedig??
    Es stimmt, man stellt sich das Wohnen in Kopenhagen etwas anders vor, aber so ist das doch viel abenteuerlicher.
    Ich bin gespannt auf Deine nächsten Berichte!!
    Liebe Grüße schickt Sabine

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    1. Ja, Venedig in "neu" :) Das trifft es ganz gut!

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  2. Dein Wohngebiet gefällt mir gut, sieht aus wie in Oslo, Akers Brygge. Ich wünsche weiter gutes Einleben. Da ist ja so einiges neu... lernst du denn auch die Sprache? Sicher... Alles Liebe, Sabine

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    1. Im Moment lerne ich Dänisch nur beim Busfahren :) Aber sobald ich meine CPR Nummer habe, geht es los mit Unterricht!

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  3. Schön, dass du uns gucken lässt. Spannend! Ganz oben ist gut. Weiterhin gutes Ankommen und dann bald auch einen Kitaplatz. Lieben Gruß Ghislana

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  4. Neeiiiin, ich glaubs ja nich !! Das ist ja völlig an mir vorbei gegangen . Verdammte Kiste, das kommt davon, wenn einen der eigene Alltag so dermaßen im Griff hat. Ich wollte doch immer sooo gerne noch einen Workshop bei Dir machen !! :-((( Letztes Jahr als Du im Bürgerhaus warst, war ich wieder so dicht mit Arbeit.....und nu biste wech . Nichts desto Trotz: Ich wünsche Euch das alles schön wird und das Ihr Dänemark lieben werdet !!!!! Mareike winkt

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    1. Hallo Mareike,
      ja, irgendwie haben wir es nicht geschafft, uns mal "in Echt" zu begegnen...aber ich kann mir ja immer deine bunten Werke anschauen und mich drüber freuen :)
      Winkewinke zurück
      Kristina

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  5. Danke für deinen ersten Bericht, es ist so schön, wieder von Dir zu lesen! Es hört sich für mich gut an, fürs Erste einen Kompromiss beim Wohnen zu finden - sofern es auch wirklich gut ist und nicht zur nervigen Dauerlösung wird. Aber man muss mal wo anfangen. So wie du das beschreibst - relativ nah am Zentrum, nah am Wasser, nah am Grünen - hört sich das für mich gut an. Ich war noch nie in Kopenhagen, aber es steht auf unserer Wunsch-Reiseliste ziemlich weit oben. Am liebsten in Kombination mit Segeln in der Ostsee. Ich werde Deine Insiderinnen-Berichte also sehr gespannt und freudig verfolgen! lg, Gabi

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    1. Gerade in diesem Moment hämmern sie nebenan Stahlträger in den Boden- das ist nervig...aber ansonsten ist es hier ganz gemütlich :)
      Segeltörn mit Landgang in Kopenhagen hört sich gut an!
      VG Kristina

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  6. Ich finde euer neues Viertel sieht gar nicht schlecht aus - ein bißchen wie die Hafencity, wenn auch sicher x-mal so ausgedehnt. Aber direkt am Wasser, ich glaube schon deshalb kann es da nie so öde und uninteressant wie in den üblichen Trabantenstädten i woanders sein. Und die direkte Anbindung ans Zentrum hört sich doch gut an. Weiterhin gutes Einleben!

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    1. Es erinnert wirklich stark an die Hafencity minus Elbphilharmonie und "richtigem Industriehafen". Ich lerne das gerade zu schätzen (in HH wollte ich da nie wohnen...)

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  7. Hi, Kristina,
    spannend, deine "SchnappSchüsse" ... zeigt mir wieder einmal, wie sehr es auf die "Perspaktive" des Ganzen ankommt!!! =D
    Mit einer guten Kamera ... dem Künstlerauge für moderne Bauten ... dem Kinderauge für moderne Baufahrzeuge ... dem offenen Herzen für besonderen KulturTransfer (Koppenhagen - Venedig) ... und einer gehörigen Portion Mut zum Neuen ... lässt sich sicherlich überall gut ankommen ...
    Und eure Wohnung scheint doch hell und großzügig zu sein, mit einem Blick in die Weiten ...
    Ihr macht das schon!!! Ich bin mir sicher!!! =)))
    Und der Sommer ist nah ... mit einem herrlichen, bunten Koppenhagen, lebendig und voller Kultur ...
    Es wird euch gefallen, Kristina!!!
    Mit herzlichen Grüßen wünscht euch weiter ein gutes Ankommen,
    Kirsten

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    1. Ich freue mich auch schon auf wärmeres Wetter! Dankeschön für die guten Wünsche, liebe Kirsten!

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  8. trotz aller unannehmlichkeiten klingt das doch schon ganz gut! wasserblick und fähre statt bus find ich schon mal ausgezeichnet. viel glück mit den kitaplatz, schönes erkunden und liebe grüße
    mano

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  9. Ich dachte auch sofort, aha so würde man heuet Venedig anfangen. Interessant, dass das Wasser so richtig stark eingebunden ist und die Neubauten sehen richtig gut aus, eben ausgwogener skandinavischer Geschmack. Ihr habt es nicht übel getroffen und Wohnzeitschriften sind wie Kintopp, anders als das reale leben.
    Gutes eingewöhnen!schön wieder von dir zu lesen. auf dem Blog von Textile Geschichten/suschna ist gerade ein Museumsbericht von Kopenhagen.
    VG Karen

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  10. Oje, ich habe Kopenhagen auch eher mit hübschen Altbauvierteln voller schöner Menschen im Kopf, aber mir war schon irgendwie klar, dass das nur eine Illusion ist. Architektonisch und von der Lage her sind die Neubauviertel am Wasser aber auch gut.
    Was ich mich die ganze Zeit gefragt habe: Die hohen Preise, war das nur die Innenstadt/Tourilage? Oder haben alle wirklich mehr Geld/verdienen mehr? Ich habe noch mehr solche Fragen, bin gespannt auf deine Berichte.
    Gutes Einleben!

    Irgendwie klappt das Kommentieren nicht, lösche das hier, falls es doppelt kommt.

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  11. Das sind doch wirklich tolle "Aussichten". Ich wünsche Dir und deiner Familie einen guten Start in dieser schönen Stadt. Bin schon gespannt, was du alles in deiner neuen Umgebung so kreativ gestaltest :)
    LG Sybille

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  12. .. wie spannend :-).
    Weiterhin einen "guten Start", Slo

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  13. Oh wie spannend. Da regt sich mein Fernweh direkt wieder. Bin schon zu lange wieder am gleichen Platz. Bin gespannt wie es bei dir weitergeht und freue mich auf weitere Berichte. LG Ute

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Die Sicherheitsabfrage muss sein, leider…ich werd sonst mit Quatsch zugemüllt und das ist doof. Aber über "echte" Kommentare von Euch freue ich mich! LG Kristina

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