Thursday, May 17, 2018

Taler du eigentlich schon dansk?


Über ein Jahr wohnen wir nun schon in Kopenhagen. Die Zeit rast nur so dahin...Inzwischen haben wir uns ganz gut eingelebt und der Alltag geht die meiste Zeit recht unaufregend seinen Gang. Den ersten Winter hier im Norden haben wir überstanden und geniessen zur Zeit das schöne Sommerwetter. Die Baustellen von denen unser Haus umgeben ist, sind mittlerweile aus dem Gröbsten raus- eine echte Erleichterung- und die Jungs finden es super, nach Schule/Kindergarten und Arbeit schnell die Badehosen anzuziehen und mit Papa in`s Wasser zu hüpfen.  


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Womit wir alle vier natürlich immer noch mehr oder weniger intensiv beschäftigt sind, ist Dänisch zu lernen. Nach 14 Monaten (die Jungs und ich) und 20 Monaten (mein Mann) hier in Kopenhagen wird es mal wieder Zeit für einen Zwischenstand. Ich habe gerade nachgeschaut; der letzte Post zum Thema Sprache lernen ist vom Oktober letzten Jahres.

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Unser kleiner Oskar liegt natürlich ganz weit vorne im Familien-Dänisch-lern-Ranking. Er besucht einen ganz normalen dänischen Kindergarten und spricht mehr oder weniger fließend, soweit ich das beurteilen kann. Zwei Mal in der Woche nimmt er im Kindergarten an einem von der Kommune Kopenhagen angebotenem Sprachförderungsprogramm teil. Ich habe den Eindruck, dass er jetzt ganz gut im Kindergarten klarkommt, da er sich ausdrücken kann und auch langsam beginnt, sich mit einzelnen Kindern anzufreunden.
Auf jeden Fall gab es schon öfter die Situation, dass ich ihn um Übersetzung bitten musste :) Dafür werde ich immer schön verbessert, wenn ich versuche, in seiner Gegenwart Dänisch zu sprechen... :) 

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Leo besucht die 3. Klasse der Deutsch-Dänische Schule in Kopenhagen und macht mittlerweile auch ganz gute Fortschritte beim Erlernen der Sprache. Am Anfang war es für ihn schwierig, und da er ja die Möglichkeit hat, das Dänische zu umgehen, hat er das dann auch konsequent getan...
Die Tatsache, dass er zeitgleich auch noch Englisch lernt und das Lesen und Schreiben im Deutschen auch noch nicht wirklich sicher beherrscht, macht es für ihn nicht einfacher. Aber er traut sich jetzt immer öfter, auch mal auf Dänisch zu antworten. Oder mit den Kindern bei uns im Hof Kontakt aufzunehmen. Ein Kauderwelsch aus Englisch, Dänisch und Deutsch kommt dann dabei heraus. "Wörterspektakel im Kopf!" so hat er das mal bezeichnet. Ich finde, das trifft es ganz gut.

Mein Mann und ich besuchen beide eine Sprachschule. Frank geht einmal in der Woche nach der Arbeit in die Schule, der Rest der Übungen wird online erledigt. Diese Form der Sprachkurse wird vor allem von Berufstätigen gewählt. Nicht ganz unanstrengend, nach einem langen Arbeitstag noch 3 Stunden die Schulbank zu drücken, aber eine andere Möglichkeit (ausser am Wochenende) gibt es dann nicht. Wenn am Arbeitsplatz überwiegend Englisch gesprochen wird, ist das Sprache lernen nicht so leicht. 

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Ich bin im Moment mitten im vierten von insgesamt sechs Modulen (ich hatte etwas mehr dazu in meinem letzten Post geschrieben). Mittlerweile kann ich Dänisch ganz gut verstehen (wenn es nicht zu schnell und unsauber gesprochen wird) und lesen klappt auch schon ganz gut. Am Anfang war ich ein wenig genervt, weil mir alle Welt versichert hat, dass man als Deutsche ja so unglaublich leicht Dänisch lernen kann... ich fand das gar nicht.

Ab Modul drei allerdings fange ich tatsächlich an, von der Tatsache zu profitieren, dass Dänisch und Deutsch sich in Vielem ähneln. Gerade beim Lesen ist das wirklich ein Riesenvorteil. Während die meisten meiner Klassenkameraden sehr viel Zeit mit dem Nachschlagen der Vokabeln verbringen, können diejenigen von uns, die Deutsch sprechen, die Texte einfach lesen und verstehen. Sehr prakisch.

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Nachdem ich den Modultest Drei bestanden hatte, habe ich für mich beschlossen, mit dem Lesen von Büchern in Dänisch zu beginnen. In der Kinder- und Jugendabteilung der Bibliothek bin ich fündig geworden. Das entspricht so ungefähr meinem Level zur Zeit. Neben den ca. 6 Stunden Unterricht in der Schule und den dazugehörigen Hausaufgaben lese ich jetzt abends ein paar Seiten Detektivgeschichten (zur Zeit ist Sherlock Holmes dran). Wenn ich im Bus eine Ausgabe vom "Metroexpress" ergattern kann, dann veruche ich, so viele Artikel wie möglich zu lesen.
Ein angehmer Nebeneffekt übrigens beim Dänischlernen ist, dass man so nebenbei auch noch Schwedisch lernt (Lesen zumindestens). Habe ich neulich festgestellt, als ich mir ein Buch ausgeliehen hatte und nach einigen Seiten über die Äs und Ös gestolpert bin. Erst dann ist mir aufgefallen, dass das Buch in Schwedisch war...sehr praktisch! Ausflüge nach Malmö sind von Kopenhagen aus ja gar kein Problem (kann ich übrigens auch sehr empfehlen!)
Na ja, und Fernsehen hilft natürlich auch beim Sprache lernen. Dänisch mit dänischen Untertiteln. Dann geht es eigentlich schon ganz gut.

Insgesamt hatte ich gedacht, ich würde nach einem Jahr schon weiter sein mit der Sprache. Richtig aktiv sprechen funktioniert immer noch nicht so, wie ich das gerne hätte. Aber da hilft nur Geduld und sich weiterhin unter`s Volk mischen. (ich gehe nach wie vor einmal die Woche zum Collagekurs in der örtlichen Volkshochschule und will das auch im Herbst fortsetzen)

Vor einem halben Jahr konnte ich mir meinen Kaffee und Brötchen immerhin schon auf Dänisch bestellen- neulich habe ich mich dabei ertappt, wie ich auf die Frage der Bedienung an der Theke, ob es o.k. sei, beide Gebäckstücke auf einen Teller zu legen, geantwortet habe, OHNE darüber nachzudenken, wie und was ich denn jetzt antworten soll. Das ist doch schon mal was!

Mange hilsner fra Kristina








Sunday, April 29, 2018

Kristina is busy again- neue Workshops in 2018!


Meine mehrmonatige Bloggerpause (die ja zum Glück nun wieder beendet ist) habe ich unter anderem auch damit verbracht, darüber nachzudenken, was ich -bezogen auf meine Kreativ-Arbeit- gerne tue, was ich nicht so gerne mag, was ich gut kann und was nicht.

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Und eine Sache ist mir wirklich wichtig, macht mir großen Spaß, inspiriert mich und ich möchte damit auf jeden Fall weitermachen:

Workshops.

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Ich finde es einfach total schön und auch wichtig, neue Menschen kennenzulernen, zu Teilen, sich auszutauschen und zu sehen, wie Anregungen umgesetzt und weiterentwickelt werden. Ich finde es einfach ganz toll, zu beobachten, wie sich die Kursteilnehmerinnen (allermeistens sind es ja Frauen) gegenseitig unterstützen und helfen. Besonders schön ist es, wenn aus so einem gemeinsamen Workshopwochenende Freundschaften entstehen und die Kreativwerkelei fortgeführt wird.
Das gibt mir ganz viel- nein, ich will es besser sagen: IHR gebt mir ganz viel!!!

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Und deshalb bin ich ganz froh und glücklich, dass für dieses Jahr gleich vier Workshops in meinem Kalender stehen. Zwei in Deutschland und zwei in Kopenhagen!

Aktuell bin ich gerade dabei, meine Kurstexte zu übersetzen, in den nächsten Tagen soll das alles fertig sein. Die Workshops in meiner neuen Heimatstadt werde ich dann nämlich auf Englisch geben- Schluck. Aber irgendwann muss man halt loslegen, bis ich ausreichend Dänisch kann, wird es einfach noch dauern. Ich werde euch noch gesondert und ausführlicher davon berichten, aber die Termine für die Kurse will ich schon einmal hier bekanntgeben. (Wer weiß, vielleicht hat ja die eine oder andere sowieso zufälligerweise eine Städtereise nach Kopenhagen geplant, oder hat Freunde in Dänemark, die an so etwas interessiert sein könnten... ? :)  )

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Im Sommer geht es allerdings erst einmal los mit meinem Siebdruckworkshop über drei Tage vom 6.- 8. Juli im Mannheimer Jeromin-Atelier. Der Kurs war sehr schnell ausgebucht, deshalb habe ich hier gar keine Werbung dafür gemacht. Drei ganze Tage lang Siebdruck auf Stoff. Bunt und wild und gemustert- so hab`ich das gerne!
Und da in diesem Kurs ganz viele "Wiederholungstäterinnen" sind, werde ich einige neue Siebe belichten, damit wir uns mit neuen Motiven dem Druckrausch hingeben können- das steht noch an in den nächsten Tagen!

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Gleich im Anschluss daran bin ich zu Gast im Atelier des niedersächsischen Künstlers Harry Wittenburg im kleinen Dörfchen Trögen. In der Nähe von Fredelsloh, Landkreis Northeim...
Experimentelle Monotypie mit Gelatinedruckplatten steht an zwei Tagen am Donnerstag, den 12. Juli und Freitag, den 13. Juli. auf dem Programm.

Achtung! Hier fehlen noch ein paar TeilnehmerInnen! Da es sich hierbei um einen semiprivat organisierten Kurs handelt, kann ich im Moment noch keinen Preis nennen (das hängt davon ab, wie groß die Gruppe wird), aber falls jemand aus der Gegend kommt und Zeit und Lust hat- schreibt mir gerne eine Mail!

Zum Auftakt in einen kreativen Herbst starte ich mit zwei Kursen, die sich mit meinem- nach Stoff- zweitliebsten Material beschäftigen: Papier!  In meinem ersten Workshop Stampcarving and Printing Patterns am 1. September in der Galerie Out of my Mind im Kopenhagener Stadtteil Østerbro geht es um gemusterte Papiere und beim darauffolgenden 2 Tages Kurs Gelatinprinting werden vom 8.- 9. September ebenfalls jede Menge einzigartiger Drucke entstehen.
Ich bin total gespannt, ob es mir gelingen wird, auch in Kopenhagen genügend Interessenten zu finden. Aber, wie sagt man so schön: Wer nicht wagt, der nicht gewinnt! Drückt mir die Daumen...

So, nun geh` ich grad noch mal in mein kleines Atelier und setze mein Stoffärbeprojekt fort. Die Stoffstücke für die nächsten Farbreihen warten schon im Sodabad!

Ich wünsche euch noch einen schönen Sonntag!






















Thursday, April 26, 2018

From the archive: Schablonen mit Heißkleber- Wild with a Glue Gun!

Heute Vormittag steht ganz viel Schreibarbeit auf meiner To-Do Liste. Meine "Über Mich" Seite muss dringend "neu", mails wollen beantwortet werden und meine Workshopbeschreibungen bedürfen einer Übersetzung in`s Englische. Dazu erzähle ich euch demnächst noch mehr. Und ein Blogbeitrag steht auch für heute auf der Liste.
Da für alles dieses heute keine Zeit ist, ich aber meinen Blog doch ein wenig regelmässiger füttern möchte, habe ich mich ( nach einem virtuellen Besuch bei der lieben Michaela und ausgiebiger Bewunderung ihrer Mandalatasche) gerade entschieden, den von ihr erwähnten Post für Schablonen aus Heißkleber, den ich vor längerer Zeit geschrieben hatte, einfach mal aus dem Archiv zu befördern.

Übrigens, die Schablonen, die ihr gleich seht, haben mittlerweile schon einige Workshops hinter sich, sind also wirklich stabil!
 
Also: für alle, die diese supercoolen Heißklebeschablonen auch mal testen möchten, hier der Originalpost von Damals:



Meine letzte Druckrunde diente ja weniger der Produktion "fertiger" Kunstwerke, sondern war eher dem Ausprobieren von Techniken gewidmet, die mir und dort beim Stöbern im Netz untergekommen waren.
Keine Ahnung, wer zuerst diese coole Idee hatte, aus flüssigem Heißkleber Schablonen zum experimentellen Drucken herzustellen- ich habe mich bei Traci Bautista inspirieren lassen. Und ich kann Euch sagen: DAS macht richtig Spaß!

My last printing session served indeed less the production of "finished" works of art, but rather was dedicated to try out techniques I came across when browsing the web.
No idea who first had this cool idea of making stencils from liquid hot glue for experimental printing - me, I was inspired by Traci Bautista. And I can tell you: THIS is so much fun!



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Das sind die Schablonen, die ich an einem Abend produziert habe. Es geht ganz einfach: Heißklebepistole anwerfen, Backtrennpapier auslegen, Ornamente oder Formen mit der Pistole zeichnen, abkühlen lassen, Papier abziehen, fertig. Schaut mal hier bei Traci vorbei, da gibt es viele Tipps zum Thema "Drucken ohne Presse".
Die Heißkleberschablonen lassen sich recht vielseitig einsetzen. Besonders gute Ergebnisse erhaltet Ihr in Kombination mit den weichen Gelli Platten.

These are the stencils that I have produced on one evening. It's easy: fire up hot glue gun , spread baking paper, draw ornaments or shapes with the gun, let cool, remove paper, finished. Look here at Traci's, there are many tips on the topic "Printing without a press."
The hot glue stencils can be employed quite variedly. Particularly good results you get in combination with the soft Gelli plates.



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Der erste Druck…

The first print


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…und dann der zweite Druck ohne die Schablone…

... and then the second Print without the stencil


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…und dann kann man die farbige Schablone auch direkt auf den Stoff auflegen, andrücken…

... and then you can put the colored stencil directly on the fabric, press …


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… und erhält dann noch einen Abdruck.

... and what you then get is another imprint.


Und wer gerade keine Lust auf Monotypie hat, kann die Schablonen auch in Kombination mit Sprühfarbe einsetzen.

And if you just do not feel like doing monotype, the hot glue stencils can also be used in combination with spray paint.


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Diese tollen Pumpsprühflaschen zum selber Befüllen werden wohl nicht mehr hergestellt (falls Ihr noch welche ergattern könnt- zugreifen! Auch als Wasserflasche zum Anfeuchten von selbstzusammengestellten Gouachefarben im Kasten super zu verwenden!) Ich habe hier Airbrushfarbe mit stark verdünnter Acrylfarbe gemischt.

This great pump spray bottles for self filling are probably no longer produced (if you still get hold of one at your art supplier- grab it! Filled with pure water, these bottles are good to re-wet self compiled Gouache colors in the box) Here I have airbrush color mixed with highly diluted acrylic color.


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Die Schablonen einfach auf dem Stoff (oder Papier) platzieren…

Just place the stencils on the fabric (or paper) …


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…und dann leicht darübersprühen. Die Funpump-Flaschen sprühen nicht so gleichmässig wie Lackspraydosen, die kommen aber für Innenräume sowieso nicht in Frage…

... and then spray lightly. The Funpump-bottles do not spray as evenly as spray paint cans, but these do not qualify for indoor use anyway 


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…die mit Farbe bedeckten Schablonen habe ich dann noch schnell auf einem Papier abgedruckt.

... I then made prints on a paper with the color-covered stencils.


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Und weil es so schön war, gleich noch einmal :)

That was fun- so here we go again! :)


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Wichtig: Nicht zu viel Farbe auf einmal sprühen, sonst läuft die flüssige Farbe unter die Schablonen…

Important: Do not spray too much color at a time, otherwise the liquid paint runs under the stencils …


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…so wie hier. Ist gerade nochmal gut gegangen.


…as you can see here. That was a close call.

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Aber ich finde, das verlangt doch nach einer Runde Freihandsticken oder Quilten ?

IMHO this calls for a little free-motion embroidery or quilting.


Habt Ihr auch schon mit Heißkleberschablonen experimentiert? Ich wäre interessiert an Tipps und Tricks dazu :)

Have you also experimented with hot glue stencils? I would be interested in Tips and Tricks :)









Monday, April 23, 2018

Kleines Atelier-Update


So hundertprozentig im Blogger-Modus bin ich noch nicht wieder, merke ich- die Pausen zwischen meinen Posts sind doch noch ganz schön lange. Aber im Hintergrund mache ich ganz fleißig (sofern es meine zerhackten, freien Vormittage zulassen) das, was ich eigentlich immer mache: Munter von einem Projekt zum anderen hüpfen, an mehreren Sachen gleichzeitig werkeln und das nach Lust und Laune...

Eines wahrscheinlich nie endendes Dauerthema ist die Einrichtung meines kleinen Ateliers. Ich hatte ja schon hier und hier davon berichtet, wie ich meine gefühlten 100 Umzugskartons auf ca. 8 quadratmetern unterbringe. Grundsätzlich funktioniert ja alles, aber natürlich geht es immer noch ein wenig besser. Einen kleinen Schritt weiter bin ich gekommen

Einige Bilder habt ihr vielleicht schon hier beim Small Caps Blog von Sabrina gesehen. Im Rahmen einer Interview-Reihe, zeigen dort Kreative, wie sie ihre Ateliers bzw. Arbeitsbereiche zu Hause eingerichtet haben. Ein spannendes Thema- schaut ruhig mal vorbei, falls ihr das nicht schon getan habt.

Hier also noch mal schnell ein Bild meines Ateliers- ein aktuelles Foto will ich der Welt mal ersparen- der Tisch ist nicht wirklich zu finden unter all dem Zeugs, welches ich schön gleichmässig verstapelt habe...passiert immer wieder...tsstssstsss.

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Der Tisch an sich ist immer noch so wie hier auf dem Bild...

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...aber auf der Arbeitsplatte wird in Zukunft etwas mehr Platz sein. Meine Papierschneidemaschine ist nämlich umgezogen!

Also zunächst mal eine der "Baustellen" im Zustand vom letzten Winter:

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Aufgestapelte Kisten mit -wen wundert es- Stoffen, Stoffen und Stoffen, mein Schubladenschrank mit Stempeln und Papiere und Pappen jeglicher Art. Weder schön noch praktisch.

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Schon besser! Regale zieren die Wand und tadaah: Das wollte ich schon ewig haben: einen Planschrank für meine Papiersammlung. Obendrauf ist die Schneidemaschine prima untergebracht und eine kleine Arbeitsfläche zum Schneiden ist auch noch übriggeblieben.
Der Rollwagen mit den Farben steht jetzt neben dem Tisch. Meine Stiftebecher kindersicher eine Etage höher.


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Auf dem oberen Regal haben jetzt auch meine kleineren Siebrahmen einen guten Platz gefunden.

Aber jetzt kommt das Beste! 

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Schubladen!
Ich habe jetzt unter anderem eine Schublade nur für Pappen, eine für Blankopapiere, eine ganze Schublade nur Schwarz/weiß und natürlich mehrere für Buntes!

Wenn Sie mal schauen wollen...?

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Eine echte Erleichterung! Allerdings muss ich gestehen, ich hätte auch keine Probleme, einen weiteren Planschrank mit meinen Papieren zu füllen...aber dafür ist beim besten Willen kein Platz!

Und falls ihr euch fragt, wo denn die Stoffkisten nun untergebracht sind- ganz wie ich es mir vorgenommen hatte (vor ca. einem Jahr!) absolviere ich im Hintergrund einen Nebenbei-Färbe und Bügel-Marathon. Danach kommt das Drucken...ich halte euch auf dem Laufenden...!









Friday, April 13, 2018

Krachbunt und one-of-a-kind - meine neue Tasche!

Die Tatsache, dass ich bunte Stoffe liebe, ist wahrscheinlich keine große Überraschung. In Mustern und Farben schwelgen, neue Kombinationen von Stoffen finden- das macht mir großen Spaß. Und besonders liebe ich es, Stoffe zu bedrucken bzw. zu gestalten. Besonders die Mischung aus Druck und Malerei hat es mir angetan. Die meisten von euch wissen wahrscheinlich auch, dass ich zu diesem Thema schon seit langer Zeit Siebdruckkurse leite.
Und jedes Mal bin ich wieder erstaunt und begeistert, was für großartige- immer wieder völlig neue und einzigartige- Stoffe die Kursteilnehmerinnen an so einem Wochenende gestalten! (Falls ihr mal schauen möchtet: hier geht`s zum Fotoalbum)

Die liebe Susanne vom Nahtlust Blog hatte beim letzten Siebdruckwochenende im Jeromin Atelier in Mannheim eine selbstgenähte Tasche dabei- mit Stoff, den sie beim Siebdruckworkshop davor selbst gestaltet hatte. Das wollte ich auch!!! Und so habe ich Susanne gefragt, ob ich sie mit der Anfertigung einer solchen Tasche aus "meinem" Stoff beauftragen darf.
Ich nähe halt doch eher Patchwork oder Stoffbücher oder Wandhänger und weniger Taschen und Bekleidung. Höchst bedauerlich, aber- ich bin letztendlich zu dem Schluß gekommen, wenn ich jemals Taschen oder andere Dinge aus meinen eigenen Stoffen besitzen möchte, muss ich sie bei lieben Menschen in Auftrag geben, die in der Anfertigung solcher Dinge einfach bewanderter sind als ich.

Und so habe ich nun ein schickes, krachbuntes Alltagstäschchen, in dem ich den ganzen Kram verstauen kann, der sich immer ansammelt, wenn man mit zwei Kindern und wechselhaftem Wetter in der Stadt unterwegs ist (Mützen, Handschuhe, Trinkflasche, Regenjacke...).

Nebenbei habe ich noch festgestellt, dass es gar nicht so leicht ist, Taschen ansprechend zu fotografieren. Da gibt es noch Übungsbedarf... :)

Also zeige ich euch zunächst einmal den Stoff, den ich Susanne gegeben hatte:

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Dieses Stoffstück habe ich im Rahmen des Workshops fertig bedruckt und Susanne überlassen.

Diese Art Stoffe sehe ich eher als Bilder mit verschiedenen farbigen Flächen und Kompositionen an. Anstelle möglichst gleichmässig verteilter Muster passiert hier ganz viel verschiedenes. Motive überlagern sich und Farb- und Musterbereiche wechseln sich ab. Jeder absolut ein Einzelstück.

Ich war ganz schön gespannt, wie die Tasche dann aussehen würde!

One_of_a_kind_screenprinted_artistcloth_by Kristina_Schaper_detail.jpg
Aus dieser Fläche hat Susanne dann den ovalen Boden der Tasche gemacht! Passt super, finde ich....!

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Und hier ist sie in "Aktion", meine "Bunt gegen Grau" Tasche. Der Schnitt ist von Farbenmix.
Wie gesagt, Taschenfotografie ist nicht mein Spezialgebiet- aber passt doch super zu meinem Wintermantel (den hatte ich mir in weiser Vorraussicht direkt mal in Türkis gekauft... :)


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Für mich war auch spannend zu sehen, wie der Stoff dann vernäht aussehen würde. Und das orangene Garn ist auch besonders schick!

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Detailliebe: Susanne hat aus der Musterborte (oben im Foto war sie noch Weiß) und einem anderen Stoffstück die Innentasche genäht- cool, oder?

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Wenn ihr noch mehr zu dieser Gemeinschaftsarbeit wissen möchtet, schaut doch mal bei Susanne vorbei- sie stellt das Täschle heute ebenfalls im Blog vor.
Ich sage an dieser Stelle auf jeden Fall noch einmal ganz herzlich Danke für die tolle Tasche- beim Verarbeiten solcher Stoffe hört die Gestaltung ja nicht beim Stoffbedrucken auf- je nach dem, wie die Schnittteile auf dem Stoff platziert werden, kann das Ergebnis ja auch völlig anders aussehen. Ich finde, Du hast das super gelöst, liebe Susanne!

Ich habe demnächst noch ein weiteres höchst nützliches taschenartiges Teilchen zu zeigen, welches ebenfalls mit meinen Stoffen und von fachkundiger Hand genäht wurde!







Tuesday, March 20, 2018

Anleitung: Büchlein ohne Buchbinden- my little No-Bookbinding Journal


So, nun bin ich wieder zu Hause. Der mittlerweile dritte Dänisch-Modultest liegt hinter mir und soweit ist alles gut. Die Ergebnisse bekommen wir am Freitag. Ein gesonderter Blogpost über meine sprachlichen Fortschritte ist in Vorbereitung.

Diejenigen von euch, die mir auf Instagram folgen, haben es schon gesehen: Anstelle dänische Vokabeln zu pauken habe ich zwischendurch (natürlich) ein klitzekleines bisschen gebastelt. In den letzten Tagen habe ich immer mal wieder meine große Gelliplate hervorgeholt und gedruckt. Dabei entstehen ja immer sehr schnell sehr viele bedruckte Blätter und einige davon habe ich zu einem kleinen Büchlein gebunden.

Wobei man es eigentlich nicht als Buchbinden bezeichnen kann. Denn diese Methode (befolgt man die Anleitung ganz streng) kommt so gänzlich ohne Kleben und Heften aus, ist also eher Origami.

Gefunden habe ich die Anleitung auch in einem Origamibuch, welches ich bei einem meiner wöchentlichen Aufenthalte in der Kopenhagener Zentralbibliothek entdeckt habe. Leider weiß ich den Titel bzw. Autor nicht mehr, aber die Falttechnik ist so einfach, dass ich sie mir gut merken konnte.

Hier erstmal das Ergebnis: ein kleines Büchlein- ich wollte eigentlich ein kleines Fotoalbum daraus machen, aber mein Drucker weigerte sich spontan, auf Fotopapier zu drucken. Das muss dann also noch warten.

No-bookbinding_journal_by Kristina_Schaper

Nun bin ich eigentlich gar nicht so ein großer Origamifan (will sagen: ich habe glaube ich noch nie einer bebilderten Faltanleitung bis zum Schluß erfolgreich folgen können) aber in dem schon erwähnten Buch wurde vor allen Dingen mit ganz normalen Alltagspapieren wie z. B. Pizzaflyern, Verpackungen, Büropapieren etc. gefaltet. Das hatte mich veranlasst, das Buch aus dem Regal zu ziehen.

Und so habe ich es gemacht:

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Für ein kleines Büchlein, ähnlich wie meins benötigt ihr mehrere Bögen Papier in gleicher Größe z.B. Din A4 oder wie bei mir quadratisch 28 x 28 cm.

Es funktioniert mit jedem Format, wichtig ist nur, dass alle Papiere gleich groß sind.

Einen Bogen für den Buchrücken, je einen Bogen für Vorder- und Rückseite, und dann beliebig viele Bögen für die Seiten. Ausserdem brauchen wir noch Papierbögen für die "Verbinder", und zwar einen weniger als euer Buch Seiten hat. Für mein Buch habe ich insgesamt 6 Bögen für die Innenseiten und Vorder- und Rückseite verwendet und 5 Bögen für die Verbinder.

Klebestift und Tape sind optional- ich habe mich dafür entschieden, muss aber nicht sein.

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Los geht es mit den Innenseiten und der Vorder- und Rückseite. Legt euren Papierbogen mit der "guten" Seite nach unten auf eure Arbeitsfläche.

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Nun faltet ihr eine Seite so, dass sie in der Mitte des Bogens zu liegen kommt (ihr braucht nicht zu messen- so ungefähr die Mitte ist total in Ordnung). Dreht den Bogen herum und faltet die gegenüberliegende Seite ebenfalls zur Mitte hin, so dass sich die Kanten sauber treffen, aber nicht überlappen.

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Jetzt faltet ihr euren Bogen einmal zur Hälfte- die kurzen Seiten treffen aufeinander.

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Das war es dann auch schon! Auf diese Weise faltet ihr alle Innenseiten und die beiden Bögen für Vorne und Hinten.

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Jetzt sind die Verbinder dran. Ich habe für mein Buch Katalogseiten genommen- es ist egal, was auf dem Papier drauf ist- es wird im Buch verschwinden. Sehr praktisch...!

Die Verbindungsteile werden im Prinzip genau nach der gleichen Methode gefaltet wie die Buchseiten. Allerdings müssen die Verbindungsteile ein bisschen kleiner sein, damit sie sich später gut mit den Buchseiten zusammenfügen lassen.

Nachdem ihr also die erste Faltung zur (ungefähren) Mitte des Blattes gemacht habt, markiert ihr 5mm und faltet die gegenüberliegende Seite des Papierbogens so zur Mitte, dass die Kante auf der Markierung zu liegen kommt und die beiden gegenüberliegenden Kanten sich überlappen. Danach wie bei den Innenseiten auch zur Hälfte falten.

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Fertig!

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Um die Breite des Buchrückens zu ermitteln, legt ihr alle gefalteten Seiten und Verbinder aufeinander und messt, wie dick der Papierstapel ist. Bei meinem Buch waren das 1,7 cm.

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Für den Buchrücken wiederholt ihr zunächst die Falttechnik für die Verbinderteile, allerdings habe ich die beiden Kanten in der Mitte dieses Mal nur 4mm überlappen lassen. Damit ist der Rücken dann eine Winzigkeit größer als die Verbinderteile.
Anstelle den Bogen jetzt mittig zu falten, markiert ihr die Mitte und zeichnet die Breite des Buchrückens von der Mitte ausgehend auf dem Papier an. Entsprechend dieser Markierungen macht ihr zwei parallele Talfalten.

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So sollte das dann aussehen.

Jetzt könnt ihr euer Buch zusammenfügen:
 
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Eine Seite des Buchrückens wird in den oben liegenden Teil des Buchdeckels geschoben...

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...so sieht das dann aus.

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Dann schiebt ihr eins der Verbinderteile in die andere Hälfte der Vorderseite.

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Auf diese Weise fügt ihr immer abwechselnd die Buchseiten mit den Verbindern zusammen.

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Das sieht dann so aus.

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Die andere Lasche des Buchrückens steckt ihr jetzt in die außen liegende Seite des Rückenteils...

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...und schon ist es fertig, das Büchlein!

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Wenn ihr in eurem neuen Buch schreiben oder zeichnen wollt, würde ich es erst einmal so lassen und nichts festkleben. Wenn das Buch in geöffnetem Zustand ganz flach liegen soll, müssen sich die Blätter bewegen können.

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Mich hatte genau das gestört und ich habe die Einzelteile dann mit Klebestift fixiert.

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Die offenen Seiten in den Mittelfalzen habe ich mit Masking Tape fixiert.

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Und da das nicht unauffällig ging, bitte direkt in Kontrastfarbe. Wie gesagt, ganz flach liegt das Büchlein jetzt nicht mehr, deshalb will ich ein Fotoalbum aus diesem Exemplar machen.
Diese Bücher herzustellen macht total viel Spaß, weil es so schön schnell geht und man so viele verschiedene Papiersorten verwenden kann. Vielleicht mache ich das nächste Buch mal komplett aus "Altpapier". Mit ordentlich Gesso grundiert gibt das bestimmt auch ein feines Art Journal ab!









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